Warum ist Kenia von der Corona-Pandemie so stark bedroht?

Am 14. Februar 2020 meldete die ägyptische Regierung den ersten offiziell bestätigten Corona-Fall in Afrika. Das Virus hatte somit auch den afrikanischen Kontinent erreicht. Seit diesem Zeitpunkt breitet es sich in zunehmender Geschwindigkeit in sämtlichen afrikanischen Staaten aus. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO), sind am 20. Mai 2020 bereits über 66.000 Fälle auf dem afrikanischen Kontinent bestätigt worden. Dabei ist das Virus selbst nicht das Problem. Es sind die Begleiterscheinungen, die mit dem Corona-Virus einhergehen, die den afrikanischen Kontinent in eine dramatische humanitäre Katastrophe zu stürzen drohen. Auch Kenia wird davon betroffen sein.

Die Situation Kenias

Im ostafrikanischen Land des Kaffees, der Safaris und der Marathonläufer sind laut WHO aktuell mehr als 1.100 Menschen mit dem Corona-Virus infiziert und 50 Menschen bereits daran verstorben. Seit dem 27. März 2020 gilt in Kenia eine nächtliche Ausgangssperre von 19:00 Uhr bis 05:00 Uhr. Am 8. April wurden die Städte Nairobi, Mombasa sowie die Counties Kilifi und Kwale komplett abgeriegelt, was bedeutet, dass bis auf wenige Ausnahmen niemand mehr hinein und herauskommt. Das öffentliche Leben ist drastisch eingeschränkt worden. Nur noch essentielle Dienstleistungen dürfen während der Ausgangssperre weiter angeboten werden und die entsprechenden Angestellten sich in der Öffentlichkeit bewegen. Diese Regelungen sollen bis mindestens Anfang Juni gelten. Die Polizei geht gegen Missachtung äußerst strikt und rigoros vor. Eine komplette Ausgangssperre wie sie jetzt schon in Südafrika praktiziert wird, halten Beobachter für möglich, wenn die Corona-Fälle auch weiterhin so deutlich ansteigen sollten. Zudem herrscht auch in Kenia eine Maskenpflicht in der Öffentlichkeit und in öffentlichen Verkehrsmitteln. Darüber hinaus ist die Bevölkerung angehalten, entsprechende Hygienemaßnahmen, wie regelmäßiges Desinfizieren, Händewaschen und Abstandsregelungen einzuhalten.

Der Schein trügt- Das Problem der Dunkelziffer

Zugegeben, im Vergleich zu den knapp 177.000 bestätigten Infektionen und 8.100 Todesfällen in Deutschland wirken die kenianischen Corona-Zahlen relativ milde – doch der Schein trügt. Die wahren Ausmaße des Virus in Kenia werden erst beim genaueren Hinsehen deutlich, und offenbaren höchst besorgniserregende Zustände.

 

Die Dunkelziffer an Infizierten dürften um ein vielfaches höher sein als angegeben, da entsprechende Testkits erst seit knapp einem Monat vorhanden sind. In Kenia habe es beispielsweise schon vor einigen Monaten Medienberichte über eine hohe Anzahl von Lungenkrankheiten gegeben, die aber nicht mit Covid-19 in Verbindung gebracht worden sind. Zudem werden nur Menschen mit Symptomen, die sich melden, auch getestet. Da ein Arztbesuch jedoch für viele schlichtweg zu teuer ist, wird somit ein Großteil der kenianischen Bevölkerung nie offiziell wissen, ob sie Corona hatten oder etwas Anderes.


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